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MobilitÄtsverhalten unterschiedlicher (hochqualifizierter) BevÖlkerungsgruppen und Raum-zeitliche MobilitÄtsanforderungen von Wirtschaft und Wissenschaft

Befragungen

Grundlage der Analysen sind mehrere empirische Erhebungen, bei denen unterschiedliche Verfahren angewandt werden:
Durchgeführt wurden zwei quantitative Erhebungen in Form standardisierter schriftlicher Befragung sowie drei unterschiedliche Erhebungen mit Hilfe leitfadengestützer Interviews.

1. Quantitative Erhebung bei promovierten bzw. habilitierten Ingenieurinnen und Naturwissenschaftlerinnen

In einer standardisierten Online-Befragung wurden Akademikerinnen befragt, die an ausgewählten Universitäten in den letzten 10 Jahren in einem natur- oder ingenieurwissenschaftlichen Fach promoviert oder habilitiert haben. Durch die Konzentration der Befragung auf die Natur- und Ingenieurwissenschaften sollen die Disziplinen erfasst werden, die (trotz einiger nicht zu ignorierender Entwicklungen in einzelnen Disziplinen) immer noch zu den besonders „männlich“ konnotierten Bereichen zählen. Wir vermuten, dass in diesen Feldern das Bild der allzeit mobilen und flexiblen männlichen Führungskraft besonders fest verankert ist. Untersucht wird, wie Frauen mit überdurchschnittlicher akademischer Qualifikation mit den räumlichen Mobilitätsanforderungen erfolgreich umgehen, welche räumlichen Strategien sie in der Partnerschaft entwickeln, wie sie räumliche Mobilität mit Familie und Partnerschaft vereinbaren und inwiefern räumliche Mobilität bzw. Immobilität ihre berufliche Karriere befördert oder behindert.

2. Standardisierte schriftliche Befragung von zugezogenen versus langansÄssigen Einwohnerinnen und Einwohnern in drei ausgewÄhlten Großstadtregionen

In der repräsentativen, standardisierten Befragung in drei ausgewählten Großstadtregionen wurden zwei Gruppen von Bewohnerinnen und Bewohnern aus dem Melderegister zufällig ausgewählt: Zur ersten Gruppe gehörten alle EinwohnerInnen, die in den letzten fünf Jahren vor Stichprobenziehung in die jeweilige Region über eine Entfernung von mehr als 50 km zugezogen waren. Die zweite Gruppe umfasst alle BewohnerInnen, die seit mindestens zehn Jahren in der jeweiligen Region wohnen. In die Befragung einbezogen wurden ausschließlich Frauen und Männer im Alter von 30 bis 50 Jahren. Die Befragung wurde postalisch umgesetzt, wobei alle Befragten zusätzlich die Möglichkeit erhielten, den Fragebogen online auszufüllen. Als Erhebungsinstrument diente ein standardisierter Fragebogen, mittels dessen der berufliche (Karriere-)Weg, die Haushaltssituation der Befragten sowie berufliche Zeitstrukturen erfasst wurden.

Detaillierte Informationen zur Auswahl der Befragten beider quantitativer Erhebungen finden Sie unter den Menüpunkten „Stichprobe Wissenschaftlerinnen“ und „Stichprobe Bevölkerungsbefragung“

3. LeitfadengestÜtzte Interviews mit ausgewÄhlten Teilnehmerinnen der Befragung von Naturwissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen

Mit 31 ausgewählten Teilnehmerinnen der online-Befragung von Natur- und Ingenieurwissenschaftlerinnen wurden leitfadengestützte Interviews durchgeführt, in denen zum einen die Einschätzungen der Befragten über die Mobilitätserfordernisse in ihrem Berufsfeld erhoben wurden. Zum anderen geht es um die Motive des Mobilitätsverhaltens und um die Einschätzung der Folgen für die eigene berufliche Entwicklung sowie um Strategien zur Vereinbarung beruflicher raum-zeitlicher Erfordernisse und Bedürfnisse der privaten Lebensführung.

4. LeitfadengestÜtzte Interviews mit ausgewÄhlten Teilnehmerinnen der BevÖlkerungsbefragung

Mit 20 Teilnehmerinnen der Bevölkerungsbefragung wurden leitfadengestützte Interviews geführt, in denen vertiefende Hinweise zu den gewählten raum-zeitlichen Strategien und deren Hintergründe sowie zu den Einschätzungen der Probandinnen über (positive wie negative) Folgen dieser Strategien gewonnen werden sollen. Die ergänzenden Interviews dienen nicht zuletzt dazu, die Interpretation der Ergebnisse der quantitativen Erhebung zu vertiefen. Bei beiden leitfadengestützten Befragungen wurden Probandinnen mit unterschiedlichem Mobilitätsverhalten und unterschiedlichen Lebensformen ausgewählt.

5. LeitfadengestÜtzte ExpertInneninterviews mit Vertreterinnen ausgewÄhlter Unternehmen unterschiedlicher Wirtschaftsbranchen, PersonalberaterInnen und Hochschulleitungen

Fragen zur Bedeutung von räumlicher Mobilität bzw. Residenz für eine hochqualifizierte Tätigkeit innerhalb der Organisation, zu Auslandserfahrungen als Voraussetzung für die Karriereentwicklung innerhalb der Organisation und zu Erwartungen bezüglich der raum-zeitlichen Mobilitätsbereitschaft von Frauen und Männern und zu diesbezüglichen Zuschreibungen sollen Aufschluss über die Zusammenhänge von raum-zeitlicher und sozialer Mobilität in Organisationen geben und Karriererisiken und -chancen von Frauen in Wirtschaft und Wissenschaft aufzeigen. Darüber hinaus werden die ExperInnen zu ihren Vorstellungen über die Möglichkeiten veränderter raum-zeitlicher Strukturen für Führungskräfte befragt.