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Handlungsempfehlungen an Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zur Steigerung des Frauenanteils in FÜhrungspositionen

Handlungsempfehlungen

Noch gilt in Bezug auf Fach- und Führungskräfte in vielen Bereichen von Wirtschaft und Wissenschaft das Leitbild des Karrieremannes mit begleitender Partnerin/begleitender Familie. Damit verzichten Unternehmen tendenziell auf die Potenziale von Frauen. Denn die Mobilitäts- und Flexibilitätserwartungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sind, wie unsere Erhebungen gezeigt haben, zumindest in einigen Lebensphasen nur sehr schwer mit den Anforderungen und Bedürfnissen der privaten Lebensführung zu vereinbaren. Das gilt – angesichts der immer noch vorherrschenden geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung – als potentielles Hemmnis für die berufliche Entwicklung von Frauen, hat aber auch für Männer Relevanz, insbesondere wenn sie eine partnerschaftliche Verteilung von Aufgaben und von (beruflichen) Möglichkeiten anstreben.

Die potentiellen Konflikte zwischen beruflichen Anforderungen und der privaten Lebensführung können nicht ausschließlich auf individueller Ebene gelöst werden. Die Behinderung der beruflichen Entwicklung hochqualifizierter Frauen (und Männer) hat gravierende gesellschaftliche Folgen, die, nicht zuletzt auf Grund des drohenden Fachkräftemangels, auch eine Schwächung der ökonomischen Entwicklung zur Folge haben kann. Schon aus diesen Gründen, aber auch aus Gründen der Geschlechtergerechtigkeit und zur Erhöhung der Lebensqualität breiter Bevölkerungsschichten, ist die Entwicklung einer die Anforderungen und Bedürfnisse der privaten Lebensführung berücksichtigenden Mobilitäts- und Flexibilitätsanforderungen in Wirtschaft und Wissenschaft notwendig.

Dabei geht es vor allem um

• eine kritische Überprüfung der Mobilitätserwartungen insbesondere an Führungskräfte

• den Abbau der zeitlichen Entgrenzung von Arbeit

• die Entwicklung lebensphasenspezifischer Karrierepfade

• die systematische Karriereförderung von Frauen

• die Förderung von Dual Carrier Couples (DCC's), d.h. Partnerschaften, in denen beide Partner gleichermaßen eine Karriere verfolgen

• die Unterstützung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie

• die Förderung der Familienarbeit von Männern

• die Schaffung von Planungssicherheit für Nachwuchskräfte

• den Abbau der Prekarisierung insbesondere des wissenschaftlichen Nachwuchses

Die möglichen Maßnahmen zur Verwirklichung dieser Zielsetzungen, die von manchen Unternehmen und Institutionen zumindest ansatzweise bereits praktiziert werden, die jedoch weiterer Entwicklung bedürfen, werden in den Untermenuepunkten beschrieben. Sie richten sich nicht nur an Unternehmen, Wissenschaftseinrichtungen und Verwaltungen, sondern auch an politische Instanzen, z.B. die Wissenschaftspolitik sowie an die Kommunen, Gewerkschaften und betriebliche ArbeitnehmerInnen- bzw. Personalvertretungen. nach oben