GefÖrdert von

Maßnahmen zur UnterstÜtzung von Dual Carrier Couples – Handlungsempfehlungen fÜr Wirtschaft, Wissenschaft und Politik

FÖrderung von DCC's

Noch gilt in Bezug auf Fach- und Führungskräfte in vielen Bereichen das Leitbild des Karrieremannes mit begleitender Partnerin/begleitender Familie. Damit verzichten Unternehmen tendenziell auf die Potenziale von Frauen und Männern, die in eher egalitären Partnerschaften leben. Notwendig ist statt dessen eine Unterstützung solcher egalitärer Partnerschaften, insbesondere von Doppelkarrierepaaren (sogenannten „Dual Career Couples“ bzw. DCCs) notwendig. Dies sollte bereits im Rekrutierungsprozess geschehen, z.B. dadurch, dass die Bereitschaft zur Stellenvermittlung für die Partnerin/den Partner signalisiert wird und dass auf die Möglichkeiten, Beruf und Familie zu vereinbaren, hingewiesen wird.
Die standortbezogene Vernetzung von Unternehmen, Wissenschaftseinrichtungen und weiteren regionalen AkteurInnen kann Möglichkeiten schaffen, Maßnahmen zur Vereinbarung von Beruf und Familie abzustimmen (Kinderbetreuung, Seniorendienste, Wohnungsvermittlung etc.) sowie bei der Vermittlung von Stellen für Partner/innen von Bewerber/innen zu helfen. Beispiele für regionale Vernetzung gibt es bereits.
Kleinere und mittlere Unternehmen könnten sich im Kampf um hochqualifizierte Fachkräfte besonders über eine familien- und frauenfreundliche Betriebskultur positiv profilieren. Damit wären sie vielleicht nicht für alle DCCs attraktiv, aber ggf. für Paare mit einem eher egalitären Lebensarrangement auf mittlerer Karriereebene bzw. für solche, in denen eine/r der Partner/innen eine Vollzeitkarriere auf mittlerem Niveau verfolgt und der oder die andere eine hochqualifizierte Tätigkeit ohne weitere Karriereambitionen.

DCC-Angebote: Hochschulen und Institute sind zunehmend sensibilisiert für die Tatsache, dass hochqualifizierte Wissenschaftler/innen häufig in Partnerschaften mit einer ebenfalls karriere-orientierten Person leben. Diese Erkenntnis müsste noch stärker als bisher systematisch in die Rekrutierungsverfahren und Personalentwicklungsmaßnahmen einbezogen werden. Es erscheint sinnvoll, dafür die Möglichkeiten der Vernetzung und Kooperation mit anderen regionalen AkteurInnen zu betreiben.

Netzwerke auf regionaler Ebene können dazu beitragen, hochqualifizierten weiblichen Erwerbstätigen die berufliche Entwicklung zu erleichtern. Städte und Regionen können sich als familienfreundliche und für Dual Career Couples attraktive Standorte profilieren. Regionale AkteurInnen, die solche Netzwerke bilden können (und dies in einigen Regionen bereits erfolgreich getan haben), sind Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Technologie- und Gründerzentren, Wirtschaftsförderungen, Industrie- und Handelskammern, Teile der kommunalen Verwaltung, regionale Stiftungen etc. Ein regionales Netzwerk kann die Möglichkeiten der Stellenvermittlung für den/die Partner/in in DCC verbreitern, ggf. sogar ein regionales DCC-Büro installieren, das bei der Stellenvermittlung systematisch hilft, den Überblick über die Ansprechpartner/innen bei infrage kommenden Einrichtungen, Unternehmen und Organisationen hat und Kontakte herstellen kann. nach oben