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Neue Konzepte zur rÄumlichen MobilitÄt von FÜhrungskrÄften – Handlungsempfehlungen fÜr Wirtschaft, Wissenschaft und Politik

ÜberprÜfung von MobilitÄtsAnforderungen

Unternehmen, Wissenschaftsorganisationen und Verwaltungen sollten ihre Mobilitätserwartungen hinsichtlich des Nutzens hoher Mobilitätsanforderungen an ihre Beschäftigten, insbesondere ihre Führungskräfte kritisch überprüfen. Dies bezieht sich auf alle Formen der Mobilität. Dienstreisen, Aufenthalte bei Kunden, auch Auslandsentsendungen sind zweifellos in vielen Fällen sachlich notwendig. Sinnvoll erscheint es jedoch, Tätigkeiten in Funktionsbereichen mit sehr hohen Mobilitätsanforderungen systematisch daraufhin zu überprüfen, ob und wie sich Mobilitätsanforderungen reduzieren lassen. Dabei sollten alle technischen Möglichkeiten, um Reise- und Pendelmobilität einzuschränken (z.B. Video-Konferenzen) und Home-Office-Modelle zu fördern systematisch genutzt werden.

Notwendig ist auch die Überprüfung der Forderung nach Auslandserfahrungen als unabdingbarem Qualifikationsnachweis, wie es sich in Teile der (Natur-)Wissenschaften etabliert hat. Zwar kann die Arbeit in spezialisierten Labors in vielen Fällen notwendig sein und Auslandsaufenthalte erfordern, doch hat sich die Forderung nach Auslandsaufenthalten teilweise verselbständigt. In diesen Fällen sollte geprüft werden, welche alternativen Formen der Qualifikationsentwicklung zu vergleichbaren Ergebnissen führen.

Notwendig ist andererseits eine frühzeitige Information über die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen und insbesondere die Mobilitätsanforderungen in spezifischen Tätigkeitsbereichen/Berufen/Karrieren. Solche Informationen sollten Bestandteil der Ausbildung insbesondere an den Hochschulen sein, um Student/innen bzw. Absolvent/innen über vereinzelte Praktika hinaus Kenntnisse und Kompetenzen über Funktionsbereiche und Branchen zu vermitteln, so dass sie eine bessere Entscheidungsgrundlage für ihre berufliche Entwicklungsplanung haben.

Notwendig ist auch eine umfassende Unterstützung von „Neuankömmlingen“. Hier sind insbesondere Kommunen gefordert. Die regionalen Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten für „Neuankömmlinge“ können z.B. in „Willkommens“-Broschüren/Flyern/Websites zusammengefasst werden, die eine Übersicht enthalten z.B. über die Vermittlung von Angeboten für Familien, ein gut ausgebautes Netz für Kinderbetreuung, Unterstützung bei pflegedürftigen und behinderten Angehörigen, Wohnmöglichkeiten.
Um hochqualifizierte Beschäftigte zum Zuzug zu motivieren, sind andererseits Angebote für PartnerInnen notwendig (siehe Menuepunkt DCCs). nach oben